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Nummer 29
Dezember 2009

Mitteilungen des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge Haigerloch e. V.
Nachrichten aus Haigerloch

Liebe frühere jüdische Bürgerinnen und Bürger Haigerlochs, liebe Mitglieder des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge Haigerloch e.V.,



mit dem zu Ende gehenden Jahr 2009 wird es wieder Zeit für eine neue Ausgabe unserer „Nachrichten aus Haigerloch“. Sie erhalten diese Ausgabe zusammen mit der jüngsten Nummer unserer „Gedenkstätten-Rundschau“, die wir gemeinsam mit den befreundeten Gedenkstätteninitiativen in unserer Region herausgeben. Wir hoffen, dass Ihnen so ein umfassender Eindruck unserer Aktivitäten eröffnet wird.

Auf den Innenseiten dieser Nachrichten finden Sie den Bericht zu unserer diesjährigen Gedenkfeier am 9. November! Wir sind Gertrud und Lothar Fauser für Ihre Leihgabe und für Ihre Erzählungen sehr dankbar.

Die Leihgaben von Familie Lothar Fauser für unsere Dauerausstellung in der ehemaligen Synagoge können wir noch über die kommenden Feiertage zeigen. Gerne erwarten wir Ihren Besuch.

Die ehemalige Synagoge Haigerloch ist an den Feiertagen geöffnet; und auch über den Jahreswechsel an allen Samstagen und Sonntagen (nur nicht an Heilig Abend und an Silvester).

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien zum Beginn des Kalenderjahrs 2010 sowie zu den Feiertagen des Chanukka- und des Weihnachtsfestes schöne Festtage, Gesundheit und alles Gute!

Mit herzlichen Grüßen aus Haigerloch

Ihre Klaus Schubert               und               Helmut Gabeli

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Haigerloch. In würdigem Rahmen gedachte der Gesprächskreis Ehemalige Synagoge am Montag der Zerstörung der Synagogen in Deutschland im Jahr 1938. Dabei wurden auch zwei neue Leihgaben für die Dauerausstellung >Spurensicherung< vorgestellt.

Der Sängerbund Haigerloch unter der Leitung seiner Dirigentin Ursula Ostermann umrahmte die Veranstaltung mit Liedern wie >Der Herr ist mein Hirte< oder >Forschen nach Gott<.

Klaus Schubert, Vorsitzender des Gesprächskreises, erinnerte daran, warum man alljährlich diesen Tag begeht, an dem auch die Haigerlocher Synagoge verwüstet wurde. Es sei ein Tag, so Schubert, an dem nicht nur Sachen zerstört wurden, sondern an dem auch eine unermessliche Zerstörung der menschlichen Würde angerichtet worden sei. Eine Zeit, die sich nie wieder ereignen dürfe.

Klaus Schubert stellte in seiner Ansprache aber auch zwei Personen heraus, die sich um den Gesprächskreis und die Bewahrung der jüdischen Geschichte Haigerlochs verdient gemacht haben.

Das war zum einen der vor kurzem verstorbene Tübinger Professor Utz Jeggle, der mit einer Forschungsgruppe des Ludwig-Uhland-Institutes das Buch >Erinnerungen an die Haigerlocher Juden< erarbeitet und publiziert hatte und wissenschaftlicher Beisitzer im Vorstand des Gesprächskreises war. Ihm zu Ehren erhob sich die Versammlung zu einer Schweigeminute.

Der zweite, etwas fröhlichere Blick galt Helmut Gabeli. Klaus Schubert verkündete, dass sein Stellvertreter im kommenden Januar in Berlin mit dem >Obermayer German Jewish History Award< ausgezeichnet wird.

In den Genuss dieser Auszeichnung kommen alljährlich nur fünf Leute aus ganz Deutschland, die ehrenamtlich wertvolle Beiträge zum Erhalt und zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte und Kultur auf lokaler Ebene geleistet haben. Der Preis wird von einer Jury vergeben, in der unter anderem der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, sitzt.

Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stand letztlich aber die Vorstellung zweier Leihgaben, die das Haigerlocher Ehepaar Gertrud und Lothar Fauser (siehe Rubrik) als Leihgaben für die Dauerausstellung >Spurensicherung< zur Verfügung gestellt hatte.

Beide konnte aus gesundheitlichen Gründen zwar nicht persönlich bei der Feier anwesend sein, was Klaus Schubert sehr bedauerte, sie wurden aber durch ihren Sohn Josef Fauser vertreten.

Bei den beiden Stücken handelte es sich um eine Menora, einen siebenarmigen Leuchter, und um eine Bessamim-Büchse – eine Gewürzbüchse, die immer zum Ausklang des Sabbath oder eines jüdischen Feiertages aufgestellt wird. Felix Dehner und Tim Edbauer von der Klasse 10a des Gymnasiums stellten sie und ihre religiös-kultische Bedeutung den Gästen der Gedenkfeier vor. Die Feier wurde übrigens mit Fotoapparat und Videokamera von den Gymnasiastinnen Kim Zizmann, Lea Dekold und Julia Briegel dokumentiert. Daraus soll ein Bericht entstehen, der später einmal in der Dauerausstellung präsentiert wird.
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Mitteilungen des Gesprächskreises als PDF-Datei (4 MB)